Rückblick

Das war Vielfalterleben 2011 und 2012

Im Februar 2011 begann der Vielfalter, auf Initiative von Alnatura, zum ersten Mal durch die Welt zu flattern. Unterstützt von über 140 Partnern aus den Bereichen Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung, Handel, Umwelt- und Verbraucherschutz sowie vielen Zehntausenden von Verbrauchern hat das Bündnis Vielfalterleben in 2011 ein klares Zeichen gegen Agro-Gentechnik und für mehr Vielfalt gesetzt.

Petition gegen Agro-Gentechnik

Genau 105.229 Unterschriften sind das überwältigende Ergebnis der bisher größten öffentlichen Petition gegen Agro-Gentechnik. Die Petition, die der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) im Frühjahr 2011 beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingereicht hatte, fordert einen Zulassungsstopp für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Der BÖLW setzt sich für dieses Moratorium ein, weil das Europäische Parlament und die Deutsche Bundesregierung gentechnisch veränderte Pflanzen auf unsere Felder bringen wollen, die nicht ordentlich geprüft wurden und damit ein unkalkulierbares Risiko für unsere Gesundheit und Umwelt darstellen.

Öffentliche Beratung der Petition

Vielfalterleben hatte im letzten Jahr dazu aufgerufen, die Petition des BÖLW zu unterzeichnen, damit es zu einer öffentlichen Beratung vor dem Petitionsausschuss kommt. Und gemeinsam haben wir es geschafft: Am 26. September konnte Prinz Felix zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW, stellvertretend für alle Beteiligten die Forderungen öffentlich vor dem Ausschuss diskutieren. Die komplette öffentliche Beratung der Petition können Sie als Video auf der Website des Deutschen Bundestages ansehen. Sie finden den Live-Mitschnitt im Menüpunkt „Ausschutzsitzungen“ unter dem Datum 26. September 2011 und dem Stichwort Biotechnologie.

Dass eine Petition es bis zu einer öffentlichen Beratung schafft, ist keine Selbstverständlichkeit; im Normalfall sind dafür mindestens 50.000 Stimmen in den ersten drei Wochen der Zeichnungsfrist erforderlich. Seit 2005 ist das bisher nur zwölf öffentlichen Petitionen − inklusive unserer Petition – geglückt. Und das obwohl jährlich bis zu 19.000 Petitionen eingereicht werden.

Das war Vielfalterleben 2011

In einem kurzen Film stellen wir Ihnen Vielfalterleben vor und berichten, was wir 2011 gemeinsam erreichen konnten.

Weiter in Parlamentarischer Prüfung

Seit der öffentlichen Beratung, die dem Petitionsausschuss dazu diente, weitere Informationen zu den Forderungen des BÖLW zu sammeln, befindet sich die Petition in der parlamentarischen Prüfung. Dass politische Entscheidungsprozesse mitunter sehr langwierig sein können, wird daran mehr als deutlich: Auf unsere Anfrage im März 2013 beim Petitionsausschuss liegt nach anderthalb Jahren noch kein Ergebnis zur Petition vor! Das liegt daran, dass sich der Petitionsausschuss bisher nicht auf eine Beschlussempfehlung einigen konnte, die dem Bundestag und der Bundesregierung übermittelt werden soll. Sobald sich die Berichterstatter (ausgewählte Abgeordnete des Petitionsausschusses) einigen, wird im Ausschuss und anschließend im Plenum des Bundestages über die Beschlussempfehlung abgestimmt. Erst dann können Felix Prinz zu Löwenstein, der BÖLW und die Unterstützter von Vielfalterleben über den endgültigen Ausgang der Petition informiert werden.

Bis dahin heißt es: Geduld beweisen. Der BÖLW rechnet in dieser Legislaturperiode nicht mehr mit einem Ergebnis, da sich durch die Mehrheitsverhältnisse im Ausschuss und den Koalitionsvertrag die Parteien gegenseitig blockieren. Wenn sich nach der Bundestagswahl im September 2013 die Mehrheitsverhältnisse ändern sollten, hat ein einheitlicher Beschluss vielleicht wieder mehr Chancen. Wir halten Sie über die Vielfalterleben-Seite auf dem Laufenden. Über abgeschlossene Petition können Sie sich auf der Seite des Bundestages unter epetitionen.bundestag.de informieren.

Vielfalt-Saatgut: Zukunft gesät

Auch durch den Verkauf der Vielfalterleben-Saatgut Edition 2012 konnten wir uns für die Vielfalt einsetzen: Die Samentütchen haben viele Freunde gefunden. So konnten wir 2012 aus dem Verkaufserlös 40.000 Euro an den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft spenden, um die gentechnikfreie und biologische Pflanzenzüchtung zu fördern. Weitere 30.000 Euro gingen an den Verein Mellifera e.V., der sich für eine zukunftsfähige und nachhaltige Imkerei einsetzt. Auch in diesem Jahr ist das Saatgut wieder in den Läden; mehr Informationen zu Sorten und Spendenzweck finden Sie hier.