Pflanzen stark machen

Ist die Aussaat erfolgreich aufgegangen, heißt es den Pflanzen beim Wachsen zu helfen. Dazu brauchen Sie vor allem ausreichend Wasser und Nährstoffe.

Wasser und eine schützende Mulchschicht

Informieren Sie sich zunächst über die Bedürfnisse Ihrer Pflanzen. Brauchen Sie besonders viel Wasser oder sind sie eher genügsam? Grundsätzlich ist die regelmäßige Wasserversorgung eine der wichtigsten Regel der Pflanzenpflege. Es empfiehlt sich, abgestandenes Wasser zum Gießen zu verwenden – gerade im Sommer. Gießen Sie am besten morgens, dann ist die Pflanze über den ganzen Tag mit Feuchtigkeit versorgt. Natürlich kann es an heißen Sommertagen ratsam sein, morgens und abends zu gießen. Am Abend besteht allerdings das Risiko, dass sich zu viel Nässe in der Erde staut.

Bedecken Sie die Erde um die Pflanzen herum mit einer sogenannten Mulchschicht aus Holzwolle oder Grasschnitt (oder auch Laub, zerkleinertes Unkraut, Kieselsteine). Eine wenige Zentimeter dicke Schicht schützt die Erde einerseits vor dem Austrocknen, andererseits speichert sie auch Wärme. Das Mulchen versorgt die Pflanzen zudem mit Nährstoffen, da die organischen Stoffe zu Kompost verrotten. Im Beet kommt ein weiterer Vorteil hinzu – der Gärtner muss weniger hacken und jäten, weil der Boden auf diese Weise lockerer bleibt und die Mulchdecke das Unkraut am Wachsen hindert.

Düngen im Bio-Garten

Der Bio-Gärtner arbeitet mit organischem Dünger, das heißt er verwendet ausschließlich pflanzliche und tierische Düngemittel. Wie viele Nährstoffe Pflanzen brauchen, hängt von der Größe der Blätter und der Früchte ab. Pflanzen werden deshalb in Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer eingeteilt.

Starkzehrer Mittelzehrer Schwachzehrer
alle Kohlarten, Gurken, Tomaten, Kartoffeln, Lauch, Mangold, Rhabarber, Sellerie, Zucchini, Kürbis Fenchel, Knoblauch, Möhren, Paprika, Radieschen, Salate, Spinat, Zwiebeln Bohnen, Erbsen, Kräuter, Radieschen, Salate

Handelsübliche Pflanzerde ist bereits mit Nährstoffen angereichert, sodass insbesondere Schwachzehrer, die in Kübeln mit frischer Erde gezogen werden, keinen zusätzlichen Dünger benötigen. Der Freilandgärtner muss mehr dafür tun, dass die Bodenqualität seiner Beete stimmt. Idealerweise kann er dafür eigenen Kompost verwenden. Starkzehrer, wie zum Beispiel Tomaten, müssen in der Wachstumsphase stärker gedüngt werden. Dafür kommen organische Dünger wie Guano oder Hornspäne in Frage. Düngen Sie lieber etwas zurückhaltender, um eine Überdüngung zu vermeiden. Ein beliebter pflanzlicher Flüssigdünger ist die Brennnesseljauche, die Sie selbst herstellen können. Oder Sie kaufen im Gärtnerfachhandel biologischen Flüssigdünger.

Im Unterschied zu konventionell angebauten Pflanzen sind Pflanzen im Bio-Garten meist widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Natürlich treten auch beim biologischen Gärtnern Krankheiten und Schädlinge auf. Sie werden mit natürlichen Methoden und nicht mit chemisch-synthetischen Pestiziden abgewehrt. Die Maßnahmen im biologischen Pflanzenschutz sind sehr umfassend und unterschiedlich. Wir empfehlen Ihnen daher das folgende Buch für einen praxisnahen Überblick: „Pflanzenschutz im Biogarten“ von der erfahrenen und begeisterten Bio-Gärtnerin Marie-Luise Kreuter.

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