Bienen und andere Pollenbestäuber finden heute oft nicht mehr genug Nahrung. Das liegt vor allem an den intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Monokulturen. Diese entziehen vielen Pflanzen und Tieren die Lebensgrundlage in unserem Ökoystem – so auch den Bienen.
Im Winter 2010/11 starb jede zehnte Biene in Deutschland – das ist eine Verdopplung der durchschnittlichen Todesrate. Und dieses Phänomen beobachten Imker und Forscher weltweit: Argentinien und Brasilien verloren gut ein Drittel ihrer Bienenvölker, Europa rund die Hälfte, in Nord-Amerika, Indien und China sind es gut 70 Prozent. Als eine gesicherte Todesursache gilt die Varroamilbe. Doch auch die intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen, großflächigem Einsatz von Pestiziden und dem Vormarsch von Agro-Gentechnik gelten als mögliche Ursache für das Bienensterben.
Vielfalt in der Natur = stabiles Ökosystem
Damit Bienen und andere Bestäuber ein ausreichendes Nahrungsangebot haben, brauchen sie Wildpflanzen und Blumenwiesen in ausreichender Zahl und Vielfalt. Intensive Landwirtschaft aber setzt auf wenige Sorten, die obendrein noch auf riesigen Flächen angebaut werden, auf denen jegliche „störenden“ Pflanzen wie Gräser und Beikräuter oder Büsche und Bäume am Feldrand eliminiert werden. Auf unseren Äckern blühen neben dem Getreide kaum noch Kornblumen, Mohn oder Ackerwinden. Stattdessen dominieren Maisfelder, die bis an den Horizont reichen. Selbst in vielen privaten Gärten sorgen Rasenmäher für ein gleichmäßig gestutztes Grünfeld, auf dem Blumen und Gräser keine Chance haben.
Wenn kleine Lebewesen wie Bienen, Nektarsammler und Pollenbestäuber jedoch kein vielfältiges Angebot an Nahrungspflanzen und Nistmöglichkeiten mehr finden, ist ihre Lebensgrundlage akut bedroht. Zusätzlich gefährden Pestizide und Agro-Gentechnik ihre Gesundheit. Von ursprünglich 550 wildlebenden Bienenarten in Deutschland sind schon mehr als die Hälfte akut bedroht oder bereits ausgestorben!
Mehr als Honigproduzenten: Allroundtalente im Einsatz
Bienen und andere Blüten besuchende Insekten sind eine wichtige Säule unseres Ökosystems. Mehr als 80 Prozent der einheimischen Blütenpflanzen sind laut dem Deutschem Imkerbund auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Weil es kaum noch Wildbienen gibt, haben vor allem vom Menschen gehaltene Honigbienen die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen übernommen. Hummeln und andere Insekten sind dabei lange nicht so effektiv wie die Honigbiene. Damit hängt auch der landwirtschaftliche Ertrag von heimischem Obst, Beeren und vielen anderen Nutzpflanzen direkt von Bienen ab, denn ohne die Hilfe der kleinen Bestäuber können diese Pflanzen keine Früchte und Samen ausbilden.
Für einen gesunden Fortbestand der Bienen ist neben dem Erhalt der Vielfalt auch die richtige Bienenhaltung ausschlaggebend. Doch die nachhaltige Imkerei wird immer seltener: Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Bienenvölker hat sich in den letzten 50 Jahren etwa halbiert. So hat das Bienensterben in den letzten Jahren bei Raps zu spürbaren Ernteausfällen geführt.
Bienen helfen!
Daher brauchen Bienen und Blütenbestäuber unsere Hilfe. Vereine wie Mellifera e.V. leisten mit Spenden und Aktionen wie BeeGood einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige und wesensgemäße Bienenhaltung. Stadtimker-Initiativen erschließen den Tieren wichtigen neuen Lebensraum; und mit Bienenkiste.de kann jeder selbst zum Imker werden. Außerdem können Sie die Kulturlandschaft auch zu Hause wieder zum Blühen bringen: Decken Sie mit dem Vielfalterleben-Saatgut den Tisch für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge und unterstützen Sie die Initiativen mit einer Spende.


